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Die geisterhafte Herde
Von der Grepp, einer Schlucht oberhalb Abenden, hörte man eines Abends starkes Getöse sich nähern. Eine große Schafherde, von Hunden umjubelt und von Schäfern mit lautem Ruf angetrieben, durchzog blökend das Dorf und verschwand lautlos in der Rur. Die Bewohner, die herausgeeilt waren, wußten sich den Vorgang nicht zu erklären. Ein alter Mann aber sagte: „Das war die wilde Jagd, die schlimme Zeiten ankündigt.“
Ein Motiv, das es auch für Nideggen, Brück und Hetzingen gibt und das von Theo Kreyes für Berg ebenfalls genannt wird. Es ist aber ein Motiv, das nicht nur in unserer näheren Heimat zu finden ist. So lesen wir in den „Heimatblätter“ von 1927 eine Version der wilden Jagd, die sich im Raum Schmidtheim in der Eifel zugetragen hat. „Die ganze Hölle ist losgelassen, heulend in den entsetzlichsten Flüchen, zähnefletschend wie wütende Raubtiere, tausend Fratzengesichter, Stierhörner, Bocksfüße, Teufelskrallen, sinnverwirrend kommt´s näher und näher. Und davor die unseligsten aller Kreaturen, zu Tode gehetzt, den Kopf in den Nacken gedreht, um die grausigen Verfolger immer sehen zu müssen, eine endlose Schar von Verdammten.“
Hier bezieht sich die Jagd auf die „Zwölfnächte“, die Nächte zwischen Weihnachten und dem Fest der heiligen drei Könige. Ebenfalls aufgeführt ist eine auf einen Grenzstein bezogene Sage, und zwar die „Vom Bauer, der den Grenzstein versetzte“.
Quellen: Brandenburg, Franz J: Abenden – wie es war, Ein historischer Rundgang durch die Perle des Rurtals, Abenden 1997 & Brandenburg, Doris und Franz J.: Abenden – Daten zur Geschichte eines kleinen Rurdorfs am Rand der Nordeifel; Teil 1-3
