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sagen:deutschemaerchenundsagen460

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Der Peterssee

  Mündlich

Bei Lich war früher ein Teich, Peterssee genannt, der jetzt ausgetrocknet ist; er lag im wilden Walde, ganz von hohen schönen Bäumen umgeben, die stets ihren Schatten so über ihn warfen, daß die stille Flut schauerlich schwarz anzusehen war.

Das Volk betrachtete ihn mit unheimlicher Scheu; viele Landleute, die bei Nacht des Weges kamen und zwischen Furcht und Neugier einen Blick nach dem See warfen, haben feurige Flämmchen auf dem Wasser umherschweben sehen, in dessen dunkler Fläche der bleiche Mond sich magisch spiegelte. Unzählige Geister, so ging die Sage, bewohnten den See und zeigten sich um Mitternacht in jener Feuergestalt: abgeschiedene Seelen, die eine schwere Schuld mit in die Ewigkeit genommen hatten und, von Angst gepeinigt, zum Schrecken der Menschen zurückgekehrt waren. Wenn nämlich ein Geist umherirrte, dann war der Gebrauch im Volke, durch Einen, der solcher Werke kundig war, den Geist bannen zu lassen, der alsdann, in einen Sack verwahrt, in die geheimnisvollen Wellen des Petersees versenkt wurde.

Quellen:


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