sagen:deutschemaerchenundsagen459
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Breiberg
Mündlich.
Schloß Breiberg im Odenwalde hat von folgender Begebenheit den Namen. Als es einmal belagert wurde, setzte sich die Mannschaft der Veste zum Hohn der Feinde auf die Ringmauer um einen großen Topf mit Brei, den sie in aller Gemüthsruhe verzehrte. Die erbitterten Feinde warfen einen Stein hinauf, der gerade in den Topf fiel und den Brei verspritzte. Aber ein lustiger Kauz von der Besatzung ließ sich nicht stören, leckte das Uebrige gründlich aus dem Topfe und streckte zum Ueberfluß den Feinden die Zunge heraus. Das Gesicht mit der ausgestreckten Zunge ist in Stein gehauen am Schloßthor noch jetzt zu sehen. Die Veste aber hieß von da an der Breiberg.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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