sagen:deutschemaerchenundsagen457
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Die Frau von Rosenberg
Mündlich.
Auf dem Schlosse Borberg in Franken im Taubergrunde saßen die Herren von Rosenberg. Einer von ihnen hatte einmal ein gar tugendſames, frommes Gemahl; aber, wie es oft geht, ihr Herr plagte sie sehr mit Eifersucht, und da sie oft allein ausging, meinte er zuletzt, sie gehe auf bösen Wegen. Um sie zu belauschen, schlich er ihr eines Tages unbemerkt nach; aber er fand sie, wie sie aus einem Körbchen Gaben an Arme vertheilte. Er erkannte die Reinheit und Gottesfurcht der Frau und zur Buße seiner Eifersucht bauete er auf derselben Stelle eine Kirche, an deren Trümmern man noch zwei Steinbilder bemerkt, die ihn und sein Gemahl mit einem Körbchen darstellen.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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