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Die Glocke zu Haueneberstein
Mündlich
In der Nähe von Strasburg liegt das Dörfchen Haueneberstein; da wühlten vor undenklichen Zeiten ein paar Schweine eine Glocke heraus, welche einen so starken und hellen Klang hatte, daß man sie bis Strasburg horte. Die von Strasburg beneideten die Hauenebersteiner darum und boten ihnen große Summen Geldes, doch umsonst. Da die Strasburger immer mehr auf den Handel drangen, je länger sie das schöne Glöckchen hörten, schlugen die Dörfler einen Nagel hinein und dadurch verlor es viel von seinem Klange. Bis 1795 hat es im Thurme der Kirche gehangen; dann sind die Franzosen gekommen und seit der Zeit hat man nichts mehr davon gehört.
Quelle: Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
