sagen:deutschemaerchenundsagen446
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In Kienruß geworfen
Hieronymus Drexelius vom Richterstuhl Christi. C. 9. § 5.
Ein wohlbekannter Prediger erzählt folgende frische Geschichte. Vor wenigen Jahren wurde zu Wien ein unrein, verwegen Venuskind vom Teufel bei nächtlicher Weil aus seinem Schlafbett zum Fenster hinaus in freie Luft bis in eines fürnehmen Herrn Stallung geführt. Die Pferde fingen allda an zu schwitzen und zu stampfen, die Stallknechte liefen mit dem Licht zu. Inzwischen fuhr der böse Feind mit seinem Raub davon in einen Keller; dort warf er ihn in einen Zuber voll Kienruß hinein. Ein solch Bad gehört für solche Gesellen. Die zulaufenden Leute zogen den elenden Tropf heraus und ließen ihn im Spital kuriren. Diese Geschichte ist zu Wien männiglichen wohl bewußt.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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