Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen443

<<< vorherige Sage | Deutsche Märchen und Sagen | nächste Sage >>>

Teufel holt den Spieler

  Thomas Cantiprat. 1. II. c. 55 р. 3.

In einer Schenke saßen drei Spieler zusammen und darunter war einer, der so gottlos war, daß er das Fortleben der Seele nach dem Tode leugnete und noch andere Lästerungen sprach. Als sie so eine Zeit lang zusammengesessen hatten, kam ein anderer noch herein und sekte sich vertraulich zu ihnen und fragte, wovon denn die Rede sei? Das sagten ihm die Spieler und er drehte das Gespräch so lange, bis er mit dem Lästerer übereinkam, daß der ihm seine Seele gegen eine gewisse Summe Geldes verkaufen solle. Der Fremde zahlte das Geld aus und es wurde vertrunken. Schon war die Nacht ziemlich vorgericht, als der Fremde aufstand und sprach, er müsse nun gehen, doch zuvor ihnen Allen noch eine Frage stellen, und die Frage war:„Wenn Jemand ein Pferd kauft, welches an einen Strick gebunden ist, gehört dann der Strick nicht ebensogut dem Käufer, als auch das Pferd?“ Darauf antworteten die Spieler, das verstände sich wol von selbst. Zu gleicher Zeit aber faßte der Fremde den, dessen Seele er gekauft hatte und flog mit ihm dahin durch die Luft; da sahen die andern wohl, mit wem sie zu thun gehabt.

Quellen:


sagen/deutschemaerchenundsagen443.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1