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sagen:deutschemaerchenundsagen421

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Karl verfolgt den Bär

  Het leven ende wonderheden van de h. maegd Gudula. S. 49.

Kaiser Karl jagte einmal im Busch bei Moorssel und da stieß ihm ein gewaltig großer Bär auf; den verfolgte er zur Stunde mit großer Hast und vielem Eifer. Lange Zeit schoß er nach ihm, konnt ihn aber nicht treffen, und der Bär lief immer weiter bis gen Moorssel in das Kloster, da kroch er unter Sankt Gudulen Grab; er verlor augenblicks daselbst seine natürliche Wildheit und leckte freundlich und zärtlich der Nonnen Füße gleich einem Hündlein. Als Karl Mang deß Wissen bekam, befahl er, daß keiner den Bären hindre oder verjage, sondern daß man ihn im Kloster halte und pflege zum Dienst der heiligen Magd, die ihn bewahrt hatte. Der Bär hat lang im Kloster gewohnt und sich so zahm bewiesen als ein Lämmchen.

Karl hatte eine sonderlich große Liebe zu der h. Gudula; das Kloster zu Moorssel hat er ihr gebaut und mit viel goldnen und silbernen Gefäßen, auch kostbaren Kleidern und anderm Kirchengut beschenkt.

Quellen:


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