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sagen:deutschemaerchenundsagen419

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Die Rochenstecher von Weert

  Mündlich

Ein Bauer hatte einen Schubkarren voll Rochen geladen, wollte damit in die Stadt, wo man die Fische sehr gern isset. Unterwegs schlief er aber ein und die Sonne brannte so lange auf die Rochen, bis sie stanken wie die Pest, so daß kein Mensch mehr davon genießen konnte. Das war in der Gegend von Weert. Als der Bauer nun aufwachte und den Schaden roch, da stürzte er den Karren um und warf die faulen Fische alle auf die Landstraße. Des Abends kamen einige Weerter des Weges, sahen die Fische und weil sie nie also grauliche Thiere gesehen, meinten sie, das wären lauter Teufel und liefen zum Pfarrer. Der kam alsbald mit Weihwasser und belas die Rochen, aber die regten und bewegten sich nicht. Da faßte ein kühner Weerter sich großen Muth, betete ein klein Stoßgebet und stach alsdann mit kraftiger Hand und zitterndem Herzen seine Mistgabel in einen der Fische. Nun meinten Alle, sie wären sicherlich und ohne Rettung verloren und wollten sich schon auf die Flucht begeben; als sie aber sahen, daß die Rochen sich noch nicht bewegten, da durchfuhr Alle der heldenmüthige Entschluß, darauf loszustechen, und das thaten sie auch redlich und wären die Rochen nicht todt gewesen, sie wären sicherlich von den Stichen gestorben. Von dieser denkwürdigen That her haben die Weerter den Namen Rochenstecher behalten.

Quellen:


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