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sagen:deutschemaerchenundsagen402

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Junker Ludwig

  Erasmi Francisci höllischer Proteus. 
  S. de Vries, de Satan I. S. 448.

Auf einem Felde dicht bei der Stadt Eger läßt sich häufig ein Gespenst sehen in Gestalt eines Mannes mittlerer Größe. Das Volk nennt dasselbe Junker Ludwig und erzählt, daß vormals einer des Namens da gewohnt und die Grenzsteine betrügerischer Weise versetzet, dafür auch nach seinem Tode habe umwandeln müssen. Ein Mädchen ging einmal allein außerhalb des Thores von Eger spazieren, kam auf die Stelle, wo das Gespenst sich zu zeigen pflegte. Da trat ein Kerl auf sie zu, den sie alsbald als den Junker Ludwig erkannte, der griff ihr mit der Faust an die Brust, die dadurch ganz schwarz wurde, wie verbrannt, und verschwand alsdann. Sie ging nach Hause und erzählte, was ihr begegnet, fügte auch hinzu: „Ich habe mein Theil weg,“ legte sich zu Bette und starb am dritten Tage nachher.

Quellen:


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