sagen:deutschemaerchenundsagen385
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Das Lichtchen
Mündlich.
Bei Brüssel war ein Kind gestorben, hatte aber keine Ruhe und konnte keine finden. In jeder Nacht nämlich, die Gott erschuf, sah der Vater desselben ein Lichtchen vor seinem Bette auf und abschweben; einst bemerkte er selbst, wie es durch das Schlüsselloch der festverriegelten Thure drang und nach Eins auch wieder da verschwand. Er erkannte, das müsse seines Kindes Geist sein, und betete fleißig für dessen Ruhe; nach einiger Zeit auch blieb das Lichtchen weg und kehrte nicht wieder.
Es ist oft und anderswo noch geschehen, daß sich Geister in Form eines Lämpchens gezeigt haben.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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