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sagen:deutschemaerchenundsagen374

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Klopfer zu Rechberg

  Mündlich. 
  G. Schwab, Wanderungen durch Schwaben. S. 102.

Ulrich II. von Rechberg wurde im Jahre 1496 vergeblich von seiner Gemahlin, Anna von Wenningen, von ferner Fahrt erwartet. Früher hatte er seinen treuen Hund von Zeit zu Zeit mit Briefen geschickt; jetzt blieb auch dieser aus.

Endlich, als sie einmal brünstig in der Burgkapelle für ihren fernen Gatten betete, störte sie im Beten ein lautes Pochen, so daß sie unmuthig ausrief: „Ich wollte, du müßtest ewig klopfen!“ Als sie das Thor öffnete, stand der Hund davor, aber ohne Brief.

Sein Herr war todt und bald brachte man seine Leiche. Die Frau unterlag dem Kummer; auf dem Sterbelager hörte sie ein Pochen, bis ihr Auge sich schloß. Seitdem hört man jedesmal, wenn einer aus der nun in den Grafenstand erhobenen Familie der Rechberger sterben soll, einige Zeit vorher ein lautes Geklopfe in den Hallen des alten Schlosses.

Quellen:


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