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Hase erschreckt ein ganzes Heer
Meyeri annales Flandriae 1. XII. 129 v.
Nachdem Ratger, mit denen von Brügge, die vier Aemter wieder zu gewinnen, von Eecloo nach Assenede gezogen war, ordnete er im Süden dieses Ortes seine Reihen zur Schlacht. An Anzahl war sein Heer dem der Gentner weit überlegen, doch fiel ihm schon der Muth, als er hörte, daß Vilain der Gentner Führer war; vor Allem aber schien es den Brüggern ein schlechtes Zeichen, daß ein Hase mitten durch das Lager gelaufen kam. Ratger erbleichte darob und als die Schlacht begann, hielten die Seinen ihm wenig Stand und kehrten alsbald den Gentnern den Rücken.
Bald darauf verließ der König Friesland als Sieger, aber die Friesen waren deß nicht zufrieden und rächten sich bald. Eines Tages ritt er mit geringem Gefolge über Eis, dies brach und er stürzte mit dem Pferde ins Wasser. Das sahen einige hinter Hecken verborgen lauschende Friesen und ehe noch Jemand ihm zu Hülfe kommen konnte, hatten sie ihn schon getödtet. Dann scharten sie ein ganzes Heer der Ihrigen zu sich und schlugen und tödteten die Holländer. König Wilhelm aber wurde in jenem Grabe bestattet und also ging die alte Sage von demselben in Erfüllung.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
