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Die bösen Spinnen
Mündlich
In der langen Münze zu Gent war ein Wirthshaus und darin eine Kammer, worin kein Mensch übernachten wollte, denn es war noch keiner lebend daraus zurückgekommen. Ein kühner Kerl versuchte es doch, legte eine Strohpuppe ins Bett, verbarg sich unter den Tisch und wartete so ab, was kommen würde. Um Mitternacht sah er, wie zwei faustgroße Spinnen hinter einem alten Bilde hervorkrochen und zu dem Bette eilten. Da setzten sie sich auf den Kopf der Strohpuppe, sonder Zweifel, um ihr Gift darauf auszugießen, aber der Bursche unterm Tische nahm eine Bürste, die er zufällig fand, und sprang zu dem Bette, wo er die Spinnen todtschlug. Seitdem war es in der Kammer geheuer.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
