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sagen:deutschemaerchenundsagen365

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Schlange warnt

  G. Andersen Drient. Reisen. I, c. 17.
  De Vries, Satan. I, 183.

Im Jahre 1645 gegen den Anfang Decembers ging der holländische Visitator zu Brotschia in Surate mit einem Unterkaufmann, Namens Mylens, im Gemüsegarten der Factorei spazieren. Indem sah der Visitator eine große Schlange im Grase liegen, rief in aller Hast einen seiner Diener und befahl ihm, das Thier todtzuschießen. Mylens warf sich aber dazwischen und bat um Christi willen, man möge doch der Schlange nichts zu Leide thun, denn sie habe ihm einmal das Leben gerettet, und er glaube, es sei ein guter Geist, den Gott ihm in den heidnischen Gegenden zum Schuhe gesandt. Darauf erzählte er das Folgende : Ungefähr vor drei Monaten legte ich mich in meinem Garten nieder, um zu schlafen. Ich lag noch nicht lange da, als diese Schlange mir nahte und so lange um mich herumlief, bis ich wach wurde. Beim Anblicke des Thieres erschrak ich und rief: Gott, hilf mir! hörte aber darauf eine Stimme, wie von der Schlange, welche zu mir sprach: „Steh auf, nimm deine Flinte und gehe nach Hause, denn es ist ein Dieb daselbst eingebrochen, der bereits deinem Sohnlein den Hals abgeschnitten hat.„ Ich stand flugs auf, eilte nach Hause und der Dieb flüchtete. Leider fand ich es zu wahr, was die Schlange mir über meinen Sohn gesagt hatte.

Quellen:


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