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Schlange und Kröte
Mündlich
In einem alten Hause zu Gent wohnten ein paar bejahrte Leutchen, die konnten kein Essen in ihrem Brotschranke über Nacht verwahren. Das klagten sie einst ihrem Schwiegersohne und der sprach, er wolle es schon machen In der folgenden Nacht versteckte er sich unter den Tisch und da sah er denn, wie um Mitternacht ein Schlanglein unter den Boden herauskroch und nach dem Schranke schlich. Gleich darauf kam eine Krote aus einem andern Loche und die machte sich gleichfalls nach dem Schranke zu. Als das Schlänglein an das Schloß rührte, sprang dies auf und die beiden Thiere theilten sich in den Vorrath von Essen, den sie fanden. Der Schwiegersohn nahm aber still einen Hammer und schlug sie auf die Köpfe, daß sie todt blieben. Seitdem konnten die Alten ruhig ihr Essen in den Schrank stellen.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
