sagen:deutschemaerchenundsagen338
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Nachtfahrt
Thom. Cantiprat. bonum universale de apibus. II. I. c. 57 §.18.
Ein Graf von Schwanenburg (al. Suavelenberg) hatte eine Tochter, die war in einem Nonnenkloster erzogen; dies arme Mädchen wurde jede Nacht von dem Teufel für einige Stunden weggeführt; wohin? das wußte niemand. Einer ihrer leiblichen Brüder, der Minoritermonch war, wollte dies erproben, nahm in einer Nacht seine Schwester auf den Schoos und umschlang sie fest mit seinen Armen, aber das half ihm all nichts; denn als die Stunde kam, wurde sie ihm plötzlich von unsichtbarer Macht entrissen. Dies erzählte Albertus Magnus in Paris, als er vor dem Bischofe dieser Stadt über die nachtlichen Entführungen vieler Frauen disputirte.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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