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Zauberlohn
Mündlich
Ein Mann aus… schlief mit einem Kameraden in einem Bett. Häufig fand er denselben Nachts nicht neben sich und bemerkte, daß derselbe dann erst gegen Morgen zurückkam und zwar ganz müde und abgemattet. Daraus schloß er mit Recht, daß derselbe ein Zauberer sein müsse. Da er nun seinen Kameraden von Herzen gern hatte, auch daneben fürchtete, derselbe möge ihn einmal bezaubern, sprach er ihm so lange zu, bis er einwilligte, sich belesen zu lassen und den Teufel abzuschwiren. Sie gingen also zusammen zum Pfarrer und da war die Sache bald abgemacht. Später fragte er den ehemaligen Zauberer einmal, warum er sich denn eigentlich der Zauberei ergeben habe? Darauf antwortete der Andere:„Nur um ein wenig Geld zu gewinnen, aber es ist ein erbarmlich Handwerk. Häufig mußten wir bei die tausend Stunden weit über Land und See; auf dieser fuhren wir in Eierschalen. Um in ein Haus dringen zu können, verwandelten wir uns in eine Fliege oder in eine Maus und für alle die Mühe bekamen wir höchstens einen Schilling oder vier Stüber. “
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
