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sagen:deutschemaerchenundsagen336

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Punklers Ring

  Sprengers Malleus malefic. I. qu. 1, c. 16.

Jedermann kennt den Eberhard im Bart, den ersten Herzog von Würtemberg. Zu dessen Zeit wohnte auf Lindenbrunn ein mächtiger Raubritter, und den zu bekämpfen, zog der Herzog auf die Burg los und belagerte sie. In seinem Gefolge hatte Eberhard einen kunstreichen Schußen, der hieß Punkler und der that jeden Tag drei Schüsse, von denen ein jeder einen Mann aus der Besatzung traf; that er mehr Schüsse, die waren ungewiß. Das merkten die von der Burg bald und Einer rief eines Tages dem Schüßen zu: „Punkler, wahrhaftig, willst du uns denn den Ring am Thore selbst nicht ungeschändet lassen?“ Punkler rief ihm hinwieder: „Den hole ich mir und zwar bei hellem Sonnenschein und an dem Tage, an welchem wir die Burg in unsern Händen haben werden.“ So geschah es auch; er hatte mit einem begonnen und so nach und nach die ganze Mannschaft zusammengeschossen, und als darauf das Schloß.erobert wurde, nahm er den Ring vom Thore und hing den an die Thure seines Hauses in Rohrbach, welches in der Wormser Diözese liegt; da kann man denselben noch schauen.

Er hatte aber kein gut Ende, der Punkler; denn er wurde den Bauern langsam verhaßt wegen seiner Räubereien und die überfielen ihn eines Tages und schlugen ihn mit ihren Hacken und Schaufeln todt. Man sagt, er habe auf ein Kreuzbild drei Pfeile geschossen und dadurch vom Teufel die Gabe erlangt, täglich drei sichere Schüsse zu thun.

Quellen:


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