Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen309

<<< vorherige Sage | Deutsche Märchen und Sagen | nächste Sage >>>

Spiel mit dem Teufel

  Caesar, heisterbac. dial, mirac. V. c. 34. 
  Barthol. de Spina de confession. maleficorum. p. 205.

In dem Städtchen Soest, welches in der Diocese Köln in Westphalen liegt, lebte ein Ritter, Namens Thymo; der war dem Spiele so sehr ergeben, daß er Tag und Nacht auf nichts anderes sann und sein Geldsäckchen überall mit sich trug, um nur ja niemals ohne Minze zu sein; er war auch so gewandt und so glücklich im Spiel, daß er stets gewann und selten oder nie jemand mit vollem Sacke von ihm abkam. Eines Nachts nun geschah es, daß ein Mensch in sein Haus kam, der einen vollen Geldbeutel unter dem Arme trug und Herrn Thymo zum Spiel einlud. Beide sekten sich an der Tafel nieder und begannen zu spielen, aber der Fremde verstand es besser als Thymo und gewann ihm alles ab. Darüber erzürnte der Ritter und schrie: „Du bist der Teufel selbst, anders ist es nicht moglich.“ - „Gerathen,“ sprach der Andere, und da es Tag zu werden beginnt, wirst du mich wol begleiten;„ und damit faßte er ihn beim Kopfe und fuhr mit ihm zum Dach hinaus, so daß die Eingeweide an den Ziegeln hängen blieben. Wo der Körper hingekommen ist, das hat man bis heute nicht erfahren können.

Quellen:


sagen/deutschemaerchenundsagen309.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1