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sagen:deutschemaerchenundsagen285

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Habdank

  Cromeri de orig. et rebus gestis Polonor. 1. XXX. Basil. f. 114. 

Kaiser Heinrich (V) hatte Polenland gerne sich seinem Scepter beugen sehen und rückte darum mit Heersmacht den Polen immer mehr zu Leibe. Da sandte Boleslaus eine Gesandtschaft an ihn und ließ ihn um Frieden gegen billige Bedingungen bitten. Heinrich wollte aber keine andern Bedingungen, als, daß Polen sich unterwerfe und dem römischen Reiche tributar werde. Als die Gesandten das hörten, da sprachen sie, zu solchem Preise glaubten sie nicht, daß die Polen den Frieden erkaufen wollten. Darob erzürnte der Kaiser, führte sie zu sei nem Schake und zeigte ihnen denselben, der unermeslich war; dann sprach er: „Sehet, damit will ich Polen schon demuthigen.“ Als der Erste der Gesandten, Graf Skarbik das hörte, zog er einen Ring von mächtig großem Werthe vom Finger, warf ihn zu des Kaisers Schak und sagte: „Dann wollen wir dies Gold noch zu dem Golde fügen.“ Heinrich begriff das Wort wohl, aber er sprach nichts mehr als: „Habdank.“ Davon blieb dem Grafen der Name Habdank und die Familie ist noch nicht ausgestorben, führt ihn noch immer.

Quellen:


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