<<< vorherige Sage | Deutsche Märchen und Sagen | nächste Sage >>>
Wimpfen
Antiquarius der Neckar = Main = Mosel = und Lahnströme. 182. G. Schwab Wanderungen durch Schwaben S. 47.
Als König Ezel mit seinen Hunnen in Deutschland wuthete, da flüchteten die Umwohner der nunmehrigen Stadt Wimpfen in die Mauern derselben und suchten da Schuh und Zuflucht vor der Gottesgeißel. Dieser belagerte das Städtlein und eroberte es nach langem Widerstande; als er nämlich einmal gegen die Thore sturmte, da brach ein Thorflügel und die ganze Macht der Hunnen stürzte nun in die Straßen. Mit unmenschlicher Grausamkeit wütheten die Barbaren unter der Einwohnerschaft, besonders unter den armen Frauen, denen sie die Brüste abschnitten, damit sie ihre Kinder nicht fürder säugen könnten. Zum Andenken an diese schaudervolle Marter der Frauen hieß man den Ort von da an Weibpein, woraus später Wimpfen geworden ist.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
