Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen271

<<< vorherige Sage | Deutsche Märchen und Sagen | nächste Sage >>>

Karl der Große entdeckt die heißen Quellen zu Aachen

  Chronique de Phil. Mouskes ed. de Reiffenberg. Bruxelles 1836. v. 2410 seqq. 

Der König war eines Tages in der Gegend, wo nun Aachen steht, und da jagte er, denn es war nichts als Wald daselbst zu finden. Der König erschaute einen Hirsch; seine Gefährten hatten sich von ihm verloren und der König jagte allein mit seinen Hunden, welche sprangen. Auf einem Pferde saß der König, das war schwarz, und reich an Muth. Das Pferd trat mit einem Fuße in den Bach einer Quelle, welche unsern entsprang; das Wasser war heiß, darum erhob es den Fuß und eilte zurück von dem Wasser und stieß ihn in den Staub, denn das Wasser war sehr heiß.

Als der König das merkte, da stieg er ab; als er sein Pferd hinken sah, fühlte er mit seiner Hand an den Fuß und das Pferd litt es gern. Er fand den Huf sehr heiß, tauchte seine Hand alsbald ins Wasser und fand es heiß; also erkannte er, daß das Pferd den gehobenen Fuß zur Rechten hatte. Der König stieg in den Bügel und ging dem Laufe des Baches aufwärts nach, zwei Hufen Landes lang, und da fand er die Quelle, welcher der Bach entsprang; aber dieselbe war voll von Feuer. Nachdem er das Wasser mit der rechten Hand gefühlt hatte, schaute er zur Linken und fand eine andere Quelle, welche klar war und kalt und heilsam; er befühlte sie mit seiner nackten Hand und verwunderte sich sehr.

Der König schaute sich ein wenig um und sah nahebei einen großen Palast, der war verdorben und alt und verfallen und voll Gestrauche und dichtem Gezweige. Reich und schon war er gewesen, aber das Alter hatte ihn zerstört. Granus, der Bruder Nero's, der den heiligen Petrus tödtete und Paulus und seinen Bruder Agrippa, hatte ihn gegründet; er war König in dem Lande gewesen. Seit alten Zeiten lag der Palast da und hatte große Zimmer. Karl bat Gott den Herrn, daß er ihm rathe, was er an dem Orte zu thun habe, und also that er.

Quellen:


sagen/deutschemaerchenundsagen271.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1