sagen:deutschemaerchenundsagen265
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Seerecht
Wenn auf See jemand in einem Schiff stirbt, dann werfen die Matrosen ihn über Bord und mit ihm alles, was ihm zugehörte, denn anders fürchten sie Unglück. Wenn später ein Unwetter ausbricht, dann legen sie das dahin aus, dass noch etwas von dem Toten im Schiff sein müsse. Sie suchen alles durch und was sie etwa finden, das werfen sie alsbald ins Wasser, sich mit dem Geist zu versöhnen. Leiden sie dann noch Gefahr oder gar Schiffbruch, dann sagen sie, es sei nicht alles Gut des Toten gefunden und über Bord geworfen worden.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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