sagen:deutschemaerchenundsagen258
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Spukender Soldat zu Wesel
Ein Soldat in Wesel liebte ein Mädchen, aber die Eltern wollten nichts von einer Heirat zwischen den beiden wissen. Da entführte der Soldat das Mädchen eines Nachts und ging mit ihr auf den Wall, wo eine geladene Kanone stand. Beide stellten sich mit dem Kopf vor die Mündung, der Soldat zündete an und die Kugel riss beider Köpfe zugleich weg. Seitdem kehren sie jede Nacht wieder und stellen sich, wie ehedem, vor die Mündung, der Soldat zündet auch wieder das Pulver an und um eins hört man einen fürchterlichen Knall, wonach der Spuk verschwindet; die Kanone bleibt aber geladen, nach wie vor.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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