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sagen:deutschemaerchenundsagen231

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Der Geist zu Bingen

Nicht weit von der Stadt Bingen, da wo das Flüsschen Naas in den Rhein mündet, liegt ein Dorf, welches Camon heißt.

Da war im Jahre 858 ein Geist, welcher den Einwohnern viel schlimme Streiche spielte. Zuerst fing er an, unsichtbar die Leute mit Steinen zu werfen und ihnen an die Türen zu pochen. Bald danach gab er unter menschlichen Gestalten Antworten, verriet Diebstähle und stiftete Zwietracht und Uneinigkeit. Dann begann er Scheunen und Häuser anzuzünden und zu verbrennen.

Auf einen Mann hatte er es besonders abgesehen und wich nicht von dessen Seite, wohin derselbe sich auch wenden mochte, brannte ihm gar sein Haus ab.

Damit war er aber noch nicht zufrieden, er wollte die ganze Nachbarschaft aufheben, den armen unschuldigen Menschen zu töten, und log allen vor, der Ort sei durch dessen Verbrechen geschändet und was noch dessen mehr war.

Diese Quälerei dauerte so lange fort, bis der Erzbischof von Mainz Geistliche sandte, welche den Geist durch Weihwasser und Beschwörungen vertrieben.

Quellen:


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