sagen:deutschemaerchenundsagen217
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Der Grenzpfahl
Zwischen Lokeren und Zele wohnte ein Bauer, dessen Land von des Nachbars Land mit einem Pfahl geschieden war. Von Zeit zu Zeit verrückte der Bauer den Pfahl ein wenig und stahl also dem Nachbarn langsam ein großes Stück.
Der Bauer starb, aber er konnte keine Ruhe im Grab finden und man hörte ihn jede Nacht jämmerlich schreien: »Ohoho! Ich habe den Pfahl verrückt! Ohoho! Ich habe den Pfahl verrückt!«
Ein trunkener Zelener hörte das und rief: »Ach, Narr du, dann setze ihn wieder auf die alte Stelle!« Damit war der Geist erlöst und man hörte ihn fürder nicht mehr.
Quellen:
- Johannes Wilhelm Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
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