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sagen:deutschemaerchenundsagen094

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Reissenstein

Auf dem Reissenstein oder Riesenstein wohnte ehedem ein gewaltiger Riese. Der wollte sich eine Burg bauen und rief am Ende eine Anzahl Werkleute zusammen, denen er befahl, oben auf dem Berg ein Schloss aufzurichten. Als das Werk fast vollendet war und nur der letzte Nagel am obersten Fenster noch fehlte, die Werkleute aber zaghaft dastanden, indem diese Arbeit eine gar gefährliche war, da fasste der Riese plötzlich einen der Knechte beim Kragen und hielt ihn vor das Fenster.

»Da, schlag den Nagel nur ein«, sprach er, »meine Hand ist fest, zu fallen sorge nicht.«

Der Knecht fasste Mut und hämmerte keck drauf los, bis der Nagel fest saß. Da nahm der Riese ihn wieder herein und sprach lächelnd: »Zwerglein, das hast du gut gemacht.«

Wenn dieser Riese von einem Berge zum anderen wollte, so brauchte er nur einen einzigen Schritt zu tun. Noch wacht sein Geist in einer Höhle des Reissensteines über einem ungeheuren Schatz.

Quellen:


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