Der Teufel und der Pfarrer von Berfa
Der Bechtelsberg bei Berfa, der auch der hessische Blocksberg genannt wird, ist ja bekannt dafür, dass „der leibhaftige Gott sei bei uns“ der Teufel sein böses Spiel treibt. Dieses musste auch einst der alte Pfarrer von Berfa erfahren. Er hatte in seiner Filiale Görzhain Gottesdienst und anschließend daran das Heilige Abendmahl gehalten. Dann spielte der Geistliche, wie schon öfters, im Kreise seiner Freunde Karten. Kirche und Gasthaus, Abendmahl und Kartenspiel passen aber nicht recht zusammen. Inzwischen war es schon Mitternacht geworden. Der Pfarrer bestieg sein Pferd und ritt in Richtung Heimat. Mitten im Wald am Bechtelsberge blieb ihm plötzlich das Pferd stehen und war nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Da sah der Pfarrer eine schwarze Gestalt mitten auf dem Wege stehen. Dem Pfarrer lief es heiß und kalt über den Rücken. Die Haare standen ihm fast zu Berge und bebend fragte der Pfarrer: „Wer bist du?“, „Ich bin der Fürst der Finsternis und wer bist du?“, schallte es als Antwort zurück. „Ich bin ein Kind des Lichts“, entgegnete der erschrockene Pfarrer. „Wenn aber du ein Kind des Lichts bist, warum wandelst du in der Finsternis?“, fragte der listige Teufel. Der Pfarrer wusste jedoch die rettende Antwort. Er erwiderte: „Ich bin getauft auf Christi Blut, der die Sünder erlösen tut“, gab seinem Pferd die Sporen und fort ging’s über Stock und Stein nach Hause.
Als er aber vom Pferd stieg, traf ihn der Schlag und es war ihm nie wieder möglich eine Kanzel zu besteigen.
Quelle: www.berfa.de (abgerufen am 28.03.2025)
