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64 Das Schicksal eines Grafen von Nideggen
Die folgende Sage berichtet, wie die Bewohner die im Umkreis des romantischen Städtchens lebten, das Recht erhielten, im Wald an der Mausauel das Holz zu nutzen.
Auf der Burg zu Nideggen lebte einst der gewalttätige Graf Wilhelm, dieser führte ein ruchloses Leben. Lange Jahre hielt er einen Bischof von Köln im dunklen Burgverlies gefangen. Der Graf schreckte auch nicht zurück, seine Gemahlin Alveradis zu Molbach, die sich sehr um das Wohl der Burgbewohner bemühte, in den Kerker zu werfen.
In seiner blutrünstigen Mordlust ließ er Alveradis eines Tages mit Honig bestreichen und in einen eisernen Käfig einschließen, dieser wurde dann hoch am Jenseitsturm aufgehängt. So sollte sein armes Weib von Bienen und Wespen zu Tode gestochen werden. Nach dieser schrecklichen Tat ritt er nach Köln um seiner Lust zu frönen. Nach seiner Rückkehr hoffte er, die Gemahlin tot vorzufinden.
Kaum hatte sich die Kunde von dieser Schandtat des Grafen verbreitet, strömten Frauen herbei, um ihre Wohltäterin aus dieser qualvollen Lage zu befreien. Als der Graf gegen Mitternacht sich Nideggen näherte, scheute sein Pferd, stürzte zu Boden, Ross und Reiter fanden hierbei den Tod.
Die Befreier der Gräfin Alveradis erhielten aus Dankbarkeit den Wald Mausauel auf ewige Zeiten. Der Käfig, in dem die Gräfin qualvoll geschmachtet haben soll, ist heute noch erhalten.
Quelle: Heinrich Hoffmann: „Von Römern, Rittern und ruschigen Juffern“ Zur Volkskunde des Jülicher Landes, Sagen aus dem Rurgebiet; Rundblick Rureifel, 21. Oktober 2011; www.heimat-geschichtsverein-nideggen.de
