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Rübezahl als Jäger - 3. Sage
Bekanntlich leidet auch der Berggeist keinen Hund auf dem Gebirge, weil er der Einzige sein will, der das Wild hetzt. Dennoch geschah es, dass einmal der eigentliche Herr des Orts seinem Jäger befahl, er solle einen Hund zur Hilfe mit hinaufnehmen, denn ob der Jäger gleich sein Häuschen und seine Wohnung immer droben gehabt, hatte er doch bisher keinen Hund halten und behalten können. Aller Einwendungen ungeachtet musste er endlich dem Befehl seines Herrn gehorchen und einen wackeren Windhund zu sich nehmen. Wie er nun das Gebirge hinauf ging, begegnete ihm ein Mann, welcher beim Anblick des Hundes stehen blieb und ihn so lange unverwandt mit den Blicken verfolgte, bis der Jäger in sein Häuslein gelangt. Daselbst sperrte er den Hund in einen Stall. Wie er des anderen Morgens aber nach ihm sehen wollte, war kein Hund weder zu sehen noch zu hören. Dagegen fand er im Laufe des Tages, als er nach Wild umherstrich, bald hier, bald da ein Viertel seines Hundes im Gebüsch hängen.
Quelle: Hermann Kletke, Das Buch vom Rübezahl, Verlag von Trewendt & Granier, Breslau, 1852
