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Rübezahl als Jäger - 1. Sage

Vor Zeiten wohnte unten am Gebirge ein armer schlichter Mann, welcher im Sommer mit seiner Sense da hinaufzugehen pflegte, dort das Gras abmähte und es in Haufen legte, welche er im Winter auf einem Schlitten leicht herab­holte. Diesem Manne nun soll es oft begegnet sein, dass der Berggeist ihn in Gestalt eines Jägers auf einem Pferd unvermutet anrannte, ohne dass der andere gewahr wurde, woher er komme; konnte auch nicht begreifen, wie der Reiter dro­ben zwischen den Felsen und Klüften so leicht hindurchkönne. Bisweilen kam ihm Rübezahl so nahe und ritt mit seinem schnaubenden, schäumenden Pferd so dicht vorbei, dass ihm der Schaum an der Achsel kleben blieb, wobei Rübezahl dann gefragt hatte: »Was machst du hier?« »Ach Herr, ich habe ein bisschen Heu geholt«, versetzte jener, worauf Rübezahl fortritt, der Mann aber Hals über Kopf nach Hause eilte.

Quelle: Hermann Kletke, Das Buch vom Rübezahl, Verlag von Trewendt & Granier, Breslau, 1852


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