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Wie Rübezahl mit den Wurzelgräbern verfährt - 3. Sage
Ebenso liest man von einem Alchimisten, der aufs Gebirge gekommen war, die rechte Lunariam1) zu suchen, welche zum Goldmachen sehr dienlich sei. Als er nun im Begriff war, das Gewächs aus der Erde zu heben, sah er plötzlich Rübezahl neben sich stehen, der ihn zornig fragte, was er da zu tun habe. Er solle sich rasch auf den Weg machen und das Kraut stehen lassen, welches er, Rübezahl, für sich allein gebrauche.
So musste er unverrichteter Dinge wieder abziehen, vergaß aber das Wiederkommen nicht und fand sich nach Verlauf eines Jahres zum zweiten Mal dort ein.
Als er an der alten Stelle das Erdreich mit dem Spaten aufzugraben begann, stand alsobald auch Rübezahl bei ihm, ließ ihn hart an und warnte ihn, zum dritten Mal wiederzukommen.
Der Alchimist aber konnte es nicht lassen und begab sich kurz darauf noch einmal in den Teufelsgrund, wobei nicht viel gefehlt hatte, dass ihn der Berggeist diesmal in tausend Stücke zerriss.
Quelle: Hermann Kletke, Das Buch vom Rübezahl, Verlag von Trewendt & Granier, Breslau, 1852
