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Das „heilige Land“ bei Niemitzsch

I

  N. L. Magaz., 1823, S. 60; 1833, S. 40; 1863, S. 391. 
  N. L. Mon.-Schr., 1797,I, 22. Destin. lit. Lus., P. VI, p. 590 .

Dicht bei Niemitzsch liegt auf einer Anhöhe ein Ackerfeld von zwei Morgen Flächeninhalt, welches das „heilige Land„ genannt wird. Es hat die Eigentümlichkeit, daß es, ohne gedüngt zu werden, die reichlichsten Ernten giebt. Jeder Versuch, seine Fruchtbarkeit auf künstliche Weise zu erhöhen, hat gezeigt, daß die Früchte dann verkommen und unzeitig werden.

Früher hat man beim Pflügen sehr viele Menschengebeine in der Erde gefunden. Auf dem Hügel stand vor Zeiten eine Kapelle, der heiligen Hidda1) geweiht. Sie ist von den Söhnen der Heiligen, die auf einer Wallfahrt im gelobten Lande starb, von Diethmar I. und Gero, nachmaligem Erzbischofe zu Köln, erbaut worden und war lange ein besuchter Wallfahrtsort. Vor wenigen Jahren stand noch ein Stück Mauer derselben; jetzt sieht man nur noch einige Vertiefungen und Spuren von Steingründen. Dicht neben dieser Kapelle wurden die Pilgrime begraben, die auf ihrer Wallfahrt zur heiligen Hidda daselbst starben.“

II

  Mündlich

Das „heilige Land“ braucht nicht gedüngt zu werden. Auf ihm hat ein Kloster gestanden, und ein Erzpriester ist daselbst begraben. In der Erde befindet sich ein silberner Sarg; wo er liegt, sieht man nachts „das Geld spielen“. Eine Seele wartet in der Tiefe auf Erlösung.

Quelle: Niederlausitzer Volkssagen vornehmlich aus dem Stadt- und Landkreis Guben, gesammelt und zusammengestellt von Karl Gander, Berlin, Deutsche Schriftsteller-Genossenschaft, 1894


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