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sagen:310._der_kaiser_friedrich_rotbart_in_guben

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Der Kaiser Friedrich Rotbart in Guben

  Sausse, N. Laus. Magaz., 1858, S. 420.

„Im Jahre 1448 wollten sich die Gubener einen fürstlichen Schutzherrn wählen, zogen zum Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich II., und verkündigten ihm, daß sie ihn zu ihrem Schirm- und Schutzherrn erwählt hätten. Der aber verstand die Sache anders, meinte, die Stadt sei ohnehin sein und gab den guten Bürgern die barsche Antwort, er möge nicht der Leute Kür, er wolle Fürstenrecht.

Über diese schnöde Fürstenantwort entstand in Guben ein großer Aufruhr. Alle schrieen, man solle sich nur gleich an den Kaiser wenden, der sei ihr richtiger und einziger Schutzherr; nahmen Pfeifen und zogen durch die Gassen, lästerten den Kurfürsten und sangen Loblieder auf Kaiser Heinrich und den heiligen Friedrich Rotbart.„

Anmerkungen (Karl Haupt): Der vielfach in der Geschichte Guben's auftauchende stolze Gedanke, daß die Stadt unmittelbar unter dem Kaiser stehe, schreibt sich von der Gründung derselben durch Heinrich I. her.

Quellen:

  1. Karl Haupt, Sagenbuch der Lausitz, Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1862; Teil 2, Nr. 142;
  2. Niederlausitzer Volkssagen vornehmlich aus dem Stadt- und Landkreis Guben, gesammelt und zusammengestellt von Karl Gander, Berlin, Deutsche Schriftsteller-Genossenschaft, 1894

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