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sagen:281._der_oybin_bei_zittau

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Der Oybin bei Zittau

  Pesched, der Oybin bei Zittau, 2.Aufl. S 61. 
  Frenzel, nomenclator in script. II. 52. 
  Lex. slav. II. 2395 mscManlius in script. I. 316. 
  N. L. Mag. 1825 S. 35, 181, 321, 461; 1838 S. 385. 
  Laus. Monatsschr. 1805 II 224.

Im dreizehnten Jahrhunderte der christlichen Zeitrechnung besaß Freiherr von Berka ohnweit Leippa in Böhmen eine große Herrschaft, die sich von jener Stadt bis gen Zittau erstreckte. Das Land war noch viel bergiger und waldiger als jetzt, und es hausten darin wilde Thiere, sonderlich Bären und Wölfe. Daher auch der Ritter gar viel dem edlen Weidwerk oblag.

Einer seiner Jägermeister, Namens Dwate, verfolgte einst einen Bären bis in die Sandsteinfelsen in der Gegend von Zittau. Entzückt von der Herrlichkeit des Anblicks, den der Berg, Thal- und Waldgrund gewährte, bat der Jäger seinen Herrn, auf der Spitze des Felsens ein Jagdhaus zu bauen.

Dem Ritter behagte der Vorschlag und so wurde anno 1211 an der Stelle, wo der Bär erlegt worden war, ein hölzernes Haus gegründet, der Berg aber nach dem Entdecker Owate genannt, woraus später Oybin geworden ist.

Anmerkungen (Karl Haupt): Der Name ist noch nicht genügend erklärt. Die Deutungen sind mannigfaltig: 1) wohibin, Einkehr, 2) huibín, Taubenort, 3) ywina, Eibenbusch, 4) Auf'm Oybin verstümmelt aus: auf Moybin. Moybin = Burg der Moyba. Für das letztere hat sich Palacky entschieden.

Quelle: Karl Haupt, Sagenbuch der Lausitz, Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862


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