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Der große Stein bei Klein-Dehsa
O. u. N.-L. Chronik. S. 87. Preusker I. S. 200. Frenzel, hist. nat. II. 692. msc. Frenzel, nomenclator in Script. II. 31.
Auf einem 16 Fuß hohen Berge bei Klein-Dehsa steht eine Reihe großartiger, mauerähnlich geschichteter Felsen mit vielen Schluchten und Höhlungen. Besonders zeichnen sich zwei Felsen aus, welche an der Wurzel verbunden, 20 Schritt lang, 70 Schritt im Umfange, sich auf 25 Ellen hoch erheben und früher offenbar noch höher gewesen sind. Aber man sieht, daß hier eine absichtliche Zerstörung durch Menschenhände, jedenfalls zur Zeit der Heidenbekehrung, stattgefunden hat. Von diesem Felsen bis zu dem nahe anstoßenden führt ein halbrunder Steinwall, 140 Schritt lang, 1–2 Ellen hoch, 2–4 Ellen breit, aus lose auf einander geschichteten Steinen. Die um wohnenden Landleute wissen noch recht gut aus der Sage, daß hier ein Opfer- und Begräbnißort gewesen sei; auch hegt man eine gewisse Scheu, besonders vor dem großen Steine.
Am Ende des Dorfes, auf Nechen zu, am Hohlwege, der nach Oelsa führt, lag noch Anfangs dieses Jahrhunderts ein beträchtlicher Felsblock, wo einst ein Götzenbild gestanden hat. Dort soll auch ein Herzzeichen eingegraben gewesen sein.
Anmerkungen:
Zu den bis jetzt angeführten 8 Steinaltären, nämlich:
- Druisteine,
- Vensstein,
- Jüddenhaus,
- Todtenstein bei Steina,
- Todtenstein bei Königshain,
- großer Stein bei Kl.-Dehsa,
- Tschernebog,
- Sibyllenstein, kommen noch folgende hinzu, welche gleichfalls erratische Granitblöcke mit mehr oder weniger künstlichen Löchern und Kesseln und anderen Spuren des Götzendienstes sind,
- der Götzentempel auf dem Queißersberge bei Wünschendorf,
- der Todtenstein auf dem Ur- oder Auerberge bei Gerlachsheim. In diese Gegend flüchteten der Sage nach die von Löbau aus zurückgedrängten Wenden im 10. Jahrh. Aufgefundene Waffen beweisen alte Ansiedelung (Preusker II. S. 107, 119).
- Die Kesselsteine beim Kloster Marienthal,
- der Hochstein bei Arnsdorf und Königshain,
- der Jungfernstein bei Leippa, unweit Hoyerswerda, wo der Sage nach einer heidnischen Göttin Jungfrauen geschlachtet wurden. (Schuster, Geschichte von Hoyerswerda. S. 128). Beschreibungen dieser zum Theil mit Durchgängen versehenen Opferaltäre giebt Preusker a. a. O. u. die O. u. N. Laus. Chronik, S. 85 ff. Zu diesen kommen noch aus der großen Anzahl der Teufelssteine:
- der Teufelsstein bei Kamenz, Löbauer Berg,
- der Teufelsstein bei Kleinbautzen,
- der Teufelsstein bei Triebel,
- der Teufelsstein bei Königshain,
- der Teufelsstein bei Stargard,
- der Teufelsstein bei Beerenbruch,
- die Teufelsruhe zu Arnsdorf,
- der Teufelsstuhl zu Mardorf
Quelle: Karl Haupt, Sagenbuch der Lausitz, Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862
