Der Bechtelsberg

Nahe in der Rumpelskuppe befindet sich eine kesselförmige Vertiefung. Die Hexenkaute, auch Silberkaute genannt. Hier wird in der Nacht zum ersten Mai großes Gastgebot und Hexentanz gehalten. Nach zwölf Uhr Nachts kommen die Hexen durch die Luft mit Gebrause zum Berge herangezogen. Die einen reiten auf stumpfen Besen, die anderen auf schwarzen Hähnen. Alle tragen ein langes, schwarzes Kleid mit einem Strohgürtel und auf dem Kopf eine Haube, unter der ein langer Haarzopf herabfällt. Sie versammeln sich um ihren Meister, den Teufel. Um ihn führen sie einen wilden Tanz auf, singen, lärmen und treiben allerlei Unfug. Der Meister führt strenge Aufsicht über Musik und Tanz. Wer eine viertel Stunde zu spät erscheint, oder beim Tanz einen falsche Tritt tut, bekommt eine Anzahl Besenhiebe. Dabei stimmen alle Gäste ein höllisches Gelächter an. Endlich sind sie vom Tanz so ermattet, dass sie zur Erde nieder sinken. Ihr Meister hat ihnen unterdessen auf dem Hexentisch ein Mahl bereitet, das sie nun verzehren. Was davon übrigbleibt, wird für die Rückfahrt eingepackt. Zuletzt wünschen sich die Teilnehmer ein fröhliches Widersehen im nächsten Jahre und dann verschwindet wieder allmählich der Hexenspuk. Wie die Hexen gekommen sind, so reiten sie wieder von dannen und bald ist von ihnen nichts mehr zu hören und zu sehen.

So feiern die Hexen die Walpurgisnacht auf dem hessischen Blocksberg bei Berfa.

Quelle: www.berfa.de (abgerufen am 28.03.2025)