Zum Ende des Mittelalters, vielleicht sogar noch zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges existierte auf der Anhöhe westlich des Krippenbachgrunds eine Ortschaft namens Stolzenhain.
Man sagt, dass der Fährmann von Schmilka spätabends einen unheimlichen Fremden in italienischer Tracht über die Elbe setzte. Er ein fahles graugelbes Gesicht und abgemagerte, knochige Hände. Zum Lohn für das Übersetzen warf der Fremde dem Fährmann ein Goldstück zu und wandte sich um. Lautlos schritt er über die Kiesel, selbst das Gras bog sich nicht unter seinen Füßen. Am nächsten Tag brach in den Dörfern im Zschirnsteingebiet der schwarze Tod aus. Am schwersten betroffen war das Dorf Stolzenhain. Schon nach wenigen Tagen raffte die Pest alle dahin. Der Dorflehrer und einige Schulkinder gehörten zu den letzten Überlebenden, doch auch sie wurden letztendlich auch Opfer des schwarzen todes.
Der verwaiste Ort wurde nicht wieder besiedelt und verfiel mit der Zeit, so dass er nahezu in Vergessenheit geriet. In einigen sehr alten Landkarten der Region findet man noch Stolzenhain verzeichnet. Es heißt auch, dass in der Gegend alle hundert Jahre nachts im Wald der Gesang von Kindern zu hören ist.1)
Quelle: Die Sagenwelt der Sächsischen Schweiz, Sven Wusch, 2024