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Ein andermal ging Jacob Bunnwagner noch spät am Walpurgisabend von Kaltenwestheim, wo er bei seinem Schatz gewesen war, zurück nach Andenhausen. Da hörte er, als er eben aus dem Beinzel, einem kleinen Wald auf die Klingser Hut trat, einen Mordlärm unter der breiten Linde, an welcher der Weg vorüberführte. Und nun erst fiel es ihm bei, daß es Walpurgis-Abend war. Er wußte nicht, was er beginnen sollte, aber nach Andenhausen mußte er. Da betete er denn hurtig alle Reimsprüchlein, die er gelernt, und noch obendrein drei Vaterunser und lief dann, was er nur laufen konnte, in einem weiten Bogen um die Linde. Die Hexen aber waren ihn doch gewahr geworden, verhöhnten und lachten ihn aus, und eine, sie war aus Klings denn er hatte sie gleich an der Stimme erkannt - rief ihm noch nach: „Jakef, siehst Du, hättest Du Dich nicht so gar sehr mit Gebeten verwahrt, so hätten wir Dir jetzt auch das Lanzen lehren wollen.“ Jacob aber gab Fersengeld; die Musik und den Lärm des Teufelspacks hörte er aber noch lange hinter seinem Rücken.
Quellen: