<<< zurück | Sagen der mittleren Werra | weiter >>>

Der Kroatengraben

Seitwärts von Gumpelstadt unfern des Wegs von Waldfisch nach Schweina ziehen sich zwei Gräben durch das Feld, von denen der eine der „lang Zoil“, der andere aber der „Igels- oder Crawate-Grabe“ genannt wird. Die Sage erzählt, daß im dreißigjährigen Kriege hier eine Abtheilung Croaten sich gelagert und die ganze Gegend gebrandschaßt hätte, dann aber unvermuthet von ihren Feinden überfallen und nach tapferer Gegenwehr gänzlich niedergemacht worden sei. Von jener Zeit an sollen nun jedesmal am 7. Jahrestage des Treffens sich die hier Gefallenen in der Mitternachtsstunde aus ihren Gräbern erheben und den heißen Kampf bis zum ersten Hahnenschrei erneuern. „Und jener nächtliche Streit“, setzte mein Erzähler aus Waldfisch hinzu, „wird sich so lange immer wieder erneuern, bis sich die alten verwünschten Keller des Ringelsteins aufthun und die Päpstlichen und Lutherischen gemeinschaftlich das Abendmahl mit Ringelsteiner Wein genießen.“

Quellen: