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Ein Bauer hatte einen Knecht und dessen Pferde waren immer in gutem »Stande«. Und der Herr wusste nicht, wie es kam, weil der Knecht immer in der Schenke sass. Darum passte er auf, wie der Knecht eines Morgens ganz früh wegfahren sollte. Die Stallthüre war zu und der Knecht vom Abend her noch in der Schenke. So kuckte der Herr durch's Schlüsselloch und sah: ein grosser Kerl mit Tressen am Rock putzte die Pferde und pfiff sich eins. Da wusste er, dass der Knecht einen »Geist«1) hatte. S.
Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 74