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Die Božawostsch

In Burg sagt man bóžałosć, selten nur bóžalošć1). I, 145 Anm. 1.

Die božałos, Božawoss, Gotteshaar, jammerte: »Ja, ja, ja«. Burg bei B.

Božygłos – [Gottesstimme], »das Weisse« sieht man meist zu Weihnachten; – ist ein Geist; – wie eine grosse Frau; – erscheint am Fenster; – kommt in die Stube wie eine weisse Frau. Gablenz, Jämlitz.

Bóžałos – ist der Nachtschrei; – hat sich zwischen Liskau und Schleife Leuten auf die Schulter gehockt (?). S.

Wenn einer sterben sollte, dann kam die smjerć [weiblich], der Tod, vorher. Neustadt.

Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 72-73.


1)
Die božałosć scheint zwischen Hoyerswerda und Schleife nur wenig bekannt zu sein. – Boža potajmnosć das Gottesgeheimniss, z.B. wie die Pflanze entsteht, wächst, gedeiht.