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Es war eine Edelfrau, die hatte viel Unrecht gethan. Wie sie nun todt war, haben sie die Mägde mit den Schweinen fressen sehen. Da war auch ein Schäfer, der trieb immer Abends die Schafe auf einem Horste [wotŕow] zusammen. Wie er auch wieder nachts auf dem Horste war, kam die wilde Jagd und er hörte solches Getöse. Da fragte er einen aus der wilden Jagd, was das Getöse zu bedeuten hätte. Da sagte der: »Das ist die gnädige Frau, die hat viel Unrecht gethan und wird mit den »Hellehunden« gehetzt1). Heiligensee.
Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 64.