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Alt-Breisach

O Breisach, deutsches Breisach,
Das Feindestücke brach;
Einst deutschen Reiches Preis, – ach!
Und nun des Reiches Schmach!

Du sieggekrönte Feste,
Hoch auf basaltnem Thron;
Nun bis auf schnöde Reste
Zerstört, dem Feind zum Hohn.

Wo sind die Wäll’ und Warten,
Die Thürme stark und breit,
Und all die ruß’gen Scharten,
D’raus Mars sein Feuer speit?

Wo sind die treuen Wächter,
Auf Büchs’ und Speer gestützt;
Die löwenherz’gen Fechter
Die weiland dich beschützt?

Von Deutschlands Ruhm und Größe
Erzählt kein Machtpanier,
Von Jammer nur und Blöße
Spricht jeder Stein allhier:

O Deutschland, wahnzerrissen,
O Mutter, reich an Weh,
Ist dieß dein „Ruhekissen“
Du edle Niobe?

Quelle: Heinrich Schreiber, Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend, Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867