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Auf dem Kirchenplatz in Pforzheim steht, seit mehreren Jahrhunderten, ein hölzernes Kruzifix. Als in den Jahren 1689 und 1789 die Kirche und die umliegenden Häuser abbrannten, blieb dasselbe, obgleich es ganz in die Flammen gehüllt war, jedesmal unversehrt.1) In manchen Nächten brennt bei ihm auf dem Boden ein Licht, und in der Christnacht ist es (das Kreuz) von einem himmlischen Glanz umgeben. Den gespenstigen Kapuziner, welcher auf dem Kirchenplatz umgeht, hat man schon an dem Kruzifix knieen und inbrünstig beten sehen.
Quelle: Bernhard Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden, Band 1, Verlag der Herder’schen Buchhandlung, Karlsruhe 1851