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Der verschwindende Garten

Nahe beim Bonifaciusfelsen bei Schloß Altenstein hat vor Alters eine Burg gestanden, die Nauenoder Neuenburg, die gänzlich verschwunden ist; die Stätte, wo sie stand, heißt jetzt der Brandgarten. Eine Quelle entspringt dort, die soll aus dem verschütteten Keller kommen, darin viele Schätze liegen, und überhaupt soll es dort herum nicht geheuer sein. Vor mehrere Jahren kommt einmal eine Frau aus Steinbach dorthin, da sieht sie plötzlich einen herrlichen Garten voll Blumen und reifen Obstes innerhalb einer geschmackvollen Umzäunung, mit einem großen offnen Eingangsthor. Unverzagt tritt sie hinein, da erblickt sie einen Jäger im grünem Rock und altmodischem Hut. Laut redet sie ihn mit der Frage an, ob ihr nicht. erlaubt sei, von diesem Obst etwas zu brechen? Im Augenblick schwinden Garten und Jäger hinweg, und sie steht im Gestrüpp der einsamen Wildniß.

Einer andern Frau begegnete es, daß sie dort auch den Garten sah, darinnen schöne weiße Wäsche aufgehängt war, der aber auch alsbald verschwand, als sie mit einem Gelüsten danach die Hände ausstreckte. Einst gruben Schatzgräber dort, die sahen sich plötzlich von Hunderten blauer Flämmchen umschwebt, einer der Männer fing einige solche Lichter, und verschloß sie in ein Kästchen; als er es zu Hause öffnete, lag ein Haufen Katzengold darin.

Quellen: