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Die Höhle voll Schätze

Auch bei dem alten Knieling zu Steinbach hatten öfters Venetianer ihr Quartier, welche jedesmal in der Johannisnacht ausgingen, und am Morgen mit schweren Säcken voll brauner Erde zurückkamen, welche Erde sie dann mit sich fortnahmen. Einst beschlossen einige Bursche, den Venetianern heimlich nachzugehen. Diese gingen in das Höchheimer Holz, und krochen dort in eine Höhle, aus welcher sie erst gegen Morgen mit gefüllten Säcken hervorkamen. Nach einigen Tagen, als die Wälschen abgereist waren, krochen die Lauscher in dieselbe Höhle, und fanden darin Hacken, Schanzen und Grubenlichter, es überfiel sie aber ein solches Grauen und solche Bangigkeit, daß sie nichts anzurühren wagten, sondern sich eilends wieder von dannen huben. Nach Jahresfrist kamen die Venetianer wieder, und als sie in der Höhle gewesen waren, sagten sie zum alten Knieling, ihrem Wirth, der Berggeist habe ihnen erzählt, daß Neugierige in der Höhle gewesen wären. Ein Glück für dies selben sei es, daß sie nichts angerührt, sonst würde der Berggeist zur Strafe ihnen sicherlich den Hals umgedreht haben.

Quellen: