<<< | Sagen aus Thüringens Vorzeit, den drei Gleichen, dem Schneekopf und dem thüringischen Henneberg | >>>
(Von einem Bergmann - Benshäuser Dialekt) Bei Benzzause senn vor aue1) Zeite ag Bergklöcher gewast, un es senn Bergleut da dehemm2) gewast. Von denne3) ging emal enner an en Sonnabed zer Beicht, u denn Sonntig drauf wolle zum Abendmoihl gäehe. Nu weiß mer abber von jeher, daß mer niß meh arbet sou4), bamme5) gebeicht hat, sonner me muß sei Gedoanke dahi richt u muß dehnk, bu me gewaßt iß. Der Bergkmo wott abber sei beßle Lueh6) nett verliehr, u fuhr doch nach der Beicht o. Abber e waer auererst7) in die Grube nei, aus8) mit aimail das Log verfällt und un begrabt, so daß ma von Bergklog niß meh hat gesäehe und net gewoßt hat, bus9) gewahst waer. – Nag honnert10) Jaeren komme un annere Bergkleut vonnere annere Grube hergegrabe u komme ag on die, die vor honnert Jaern versaue11) waer, u senne12) en Bergmo doe lenn13), der en lange große Bart hatt un thät, es banne14) schlief. Se weckenen auff, u bi he die Auge uffschläet, so fräegt e gleich: obs schn zesammegschlöh hett, e mößt zum heilige Abendmoihl gäehe. De Annern säche15) zu em, es eß kei Sonntig heut, sonnern Werkeltagk und kei Kerche, und da gett mer nett zum Abendmoihl. – Doch! sprecht he: nächte16) bin ich en der Beicht gewast, u heut mues ig zum Abendmoihl gäehe. – Se brengenen aus der Grube u nach sein Verlange en die Kerche un lasse den Pfarre ho17) un der gitten18) das heilige Abendmoihl, u bi ers empfange haet, da störzt e zesomme u is e Häuffle Aesche.
Quellen: