<<< | Sagen aus Thüringens Vorzeit, den drei Gleichen, dem Schneekopf und dem thüringischen Henneberg | >>>
Auf dem Rupberg in der Nähe von Mehlis und Zella St. Blasii hat vor Alters ein Schloß gestanden, das wurde zerbrochen von Gebhard, Tymon von Nordecks und der verwittweten Gräfin Hildegard von Henneberg Sohn, und daraus eine Kapelle erbaut in die Ehre St. Blasti, daher der Name Blasienzelle den umliegenden Häusern mit zu Theil geworden. Nun geht die Rede, daß im Grunde des ehemaligen Schlosses ein großer Schatz verborgen liege. Davon sagte mir unter andern ein Mann: Der Schatz auf dem Rupberg ist versetzt mit drei Erstgeburten, die alle den Namen Johannes führen müssen, wenn diese dem Bösen zum Opfer gebracht werden, der den Schatz als schwarzer Hund bewacht, so kann er gehoben werden.
Die drei Johannes müssen aber noch schuldlose Knäblein sein, Einmal kam ein Jesuit, der wollte ihn heben, und sprach davon mit einem Zellaer Mann, doch dieser, wiewohl er starke Lust zum Schatz hatte, fragte bedenklich: Wo soll ich die drei Johannes herbekommen, die alle Erstgeburten sein müssen? Ob sie nun herbeigeschafft wurden oder nicht, weiß man nicht so genau, genug, in einer Johannesnacht machten sich der Jesuiter und einige Männer aus Mehlis auf, gingen auf den Rupberg zu der alten Felsklippe, wo das Kellerloch hinunter gehen soll, und fingen ihre Beschwörung an. Der Schatz rückt auch herauf in einer großen Braupfanne, schon guckt der Ring heraus; da erscheint Galgen und Rad, ein Heer Soldaten ohne Köpfe, ein Fuder Heu, welches auf sie zu fallen droht, dabei kracht und platzt es gräulich, weiße Jungfrauen umtanzen sie und locken sie, als einer schon den Ring des Kessels gefaßt hatte. Da spricht ein Andrer, und sogleich verschwindet Alles, der Kessel versinkt wieder, der Ring aber bleibt zum Wahrzeichen in der Hand deffen, der ihn hielt, und soll in einer Kirche noch heute hängen.
Auf gleiche Weise soll es auch Schatzgräbern aus Benshausen mit einem Schatz auf dem wüsten Schlosse Hutsberg ergangen sein.
Quellen: